Xvid
Xvid: quelloffener Video-Codec, der das Containerformat MPEG-4 ASP umsetzt und in den 2000er-Jahren als freie Alternative zum proprietären DivX breite Verbreitung fand.
Entwickelt wurde Xvid ab 2001 von einer freiwilligen Entwicklergemeinschaft, die ihren Code unter der GNU General Public License (GPL) veröffentlichte. Der Name „Xvid” ist eine Umkehrung von „DivX” und verweist auf die enge Beziehung zwischen beiden Codecs: Sie verwenden denselben Standard, sind weitgehend austauschbar und ähneln sich klanglich.
Stärken von Xvid waren die für damalige Verhältnisse hohe Effizienz bei kompakter Dateigröße — ein zweistündiger Spielfilm passte in vertretbarer Qualität auf eine CD — sowie die Lizenz: Während DivX für kommerzielle Anwendungen kostenpflichtig blieb, konnte Xvid frei in offene Software wie HandBrake, VLC und mpv integriert werden. Daraus resultierte eine breite Nutzung im Hobby- und Tauschbörsen-Umfeld der 2000er-Jahre.
Mit der Verbreitung effizienterer Codecs ab Mitte der 2000er-Jahre — vor allem H.264 und in der Folge HEVC und AV1 — hat Xvid seine Bedeutung verloren. Die offizielle Entwicklung wurde 2019 mit Version 1.3.7 weitgehend eingestellt. Bestehende Xvid-Dateien lassen sich aber weiterhin in allen gängigen Mediaplayern abspielen, da die zugehörigen Decoder-Bibliotheken (libxvid, ffmpeg) gepflegt werden.