Widevine

Widevine: digitales Rechteverwaltungs-System (DRM) für die geschützte Übertragung von Audio- und Videoinhalten im Web. Entwickelt vom gleichnamigen US-Unternehmen, das 2010 von Google übernommen wurde. Heute ist Widevine integraler Bestandteil von Chrome, Chromium-basierten Browsern und der Android-Plattform.

Verbreitete Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime Video, Disney+, MagentaTV und die Mediatheken großer Rundfunkanstalten setzen Widevine ein, um Inhalte vor unautorisierter Aufnahme und Weitergabe zu schützen. Ohne aktive Widevine-Schicht würden die Dienste hochauflösende Inhalte mit DRM-Pflicht (HD, 4K) nicht ausliefern.

Widevine kennt drei Sicherheitsstufen. Der Level L3 erlaubt Wiedergabe in Standardauflösung (meist 480p oder 540p) und kommt ohne spezielle Hardware-Unterstützung aus. L2 nutzt teilweise Hardware-Sicherung und ermöglicht häufig 720p. Der höchste Level L1 verlangt eine vom Geräte-Hersteller signierte Trusted Execution Environment (TEE) und ist Voraussetzung für HD- und 4K-Streaming. Auf Linux ist L1 wegen fehlender TEE auf den meisten Geräten nicht verfügbar — ein häufiger Grund dafür, dass Streaming-Dienste dort in geringerer Auflösung wiedergegeben werden.

In der Open-Source- und Datenschutz-Community ist Widevine als proprietäre Plattformsperre umstritten. Kritiker bemängeln die Abhängigkeit grundlegender Web-Dienste von einer einzelnen, geschlossenen Google-Komponente. Alternative DRM-Systeme sind Apples FairPlay (vor allem in Safari, iOS und tvOS) sowie Microsofts PlayReady (vor allem in Edge, Windows und Xbox).

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