Wattenmeer

Wattenmeer: küstennaher Bereich der Nordsee, der bei Niedrigwasser trockenfällt und bei Hochwasser überflutet wird. Das Wattenmeer erstreckt sich entlang der niederländischen, deutschen und dänischen Nordseeküste über eine Länge von rund 500 Kilometern.

Geprägt ist das Wattenmeer durch ein einzigartiges Wechselspiel von Ebbe und Flut. Zwischen Festland und der vorgelagerten Inselkette (Nordfriesische, Ostfriesische und Westfriesische Inseln) liegen ausgedehnte Schlickflächen, durchzogen von Prielen und Seegatts. Der Boden ist überwiegend von Sand, Schlick und Misch-Watt geprägt und beherbergt eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt — von Wattwürmern, Muscheln und Krebsen über Seehunde und Kegelrobben bis zu Hunderten von Vogelarten, für die das Watt als Rast- und Überwinterungsgebiet von zentraler Bedeutung ist.

Geschützt ist das deutsche Wattenmeer in den Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (gegründet 1985), Niedersächsisches Wattenmeer (1986) und Hamburgisches Wattenmeer (1990). 2009 wurde das gemeinsam von Deutschland, den Niederlanden und Dänemark verwaltete Wattenmeer in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Mit 11.500 Quadratkilometern Fläche zählt es zu den größten zusammenhängenden Ökosystemen seiner Art weltweit.

Touristisch ist das Wattenmeer ein wichtiger Faktor für die norddeutsche Küste. Geführte Wattwanderungen, Vogelbeobachtung und der Besuch der vorgelagerten Inseln (Sylt, Föhr, Amrum, Helgoland) prägen den regionalen Tourismus. Ökologisch ist das Wattenmeer durch Klimawandel, steigenden Meeresspiegel, Schiffsverkehr und Schadstoffeinträge zunehmend bedroht; mehrere internationale Schutzabkommen — etwa das Trilaterale Wattenmeer-Plan — koordinieren Schutzmaßnahmen.

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