W3C
W3C, World Wide Web Consortium: internationales Standardisierungsgremium, das die zentralen Technologien des World Wide Web entwickelt und veröffentlicht. Gegründet wurde das W3C im Oktober 1994 am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA) von Tim Berners-Lee, dem Erfinder des Webs.
Mitglieder sind über 400 Organisationen weltweit — darunter Browser-Hersteller, Tech-Konzerne, Universitäten, Regierungsbehörden und Nichtregierungsorganisationen. Die Standards werden in einem konsens-basierten Verfahren erarbeitet, das mehrere Reifegrade durchläuft — vom ersten Working Draft über die Candidate Recommendation bis zur abschließenden W3C Recommendation. Erst letztere gilt als verbindlicher Standard.
Zentrale Standards aus W3C-Arbeit sind unter anderem HTML (gemeinsam mit der WHATWG), CSS (Cascading Style Sheets), XML, die Document Object Model (DOM)-API, SVG, MathML, WebAssembly, die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) für barrierefreie Webinhalte sowie Datenschutz- und Zahlungs-APIs für moderne Browser. Mit der Übernahme der EPUB-Spezifikation 2017 verantwortet das W3C zusätzlich den E-Book-Standard.
Politisch ist das W3C als gemeinnützige Organisation neutral aufgestellt; seit 2023 firmiert es als eigenständige US-Nonprofit-Stiftung mit zusätzlichen rechtlichen Strukturen in Europa und Asien. Aufgrund der gemeinsamen Pflege zentraler Standards mit der WHATWG (HTML, DOM) entstehen heute viele Web-Standards in einem koordinierten Dialog beider Gremien.