VIVA
VIVA: ehemaliger deutscher Musik-Fernsehsender, der von 1993 bis 2018 sendete. Mit dem Start in Köln am 1. Dezember 1993 positionierte sich VIVA als deutschsprachige Antwort auf den damals US-zentrierten Sender MTV und prägte über mehr als ein Jahrzehnt das deutsche Musikfernsehen.
Gegründet wurde VIVA als Initiative deutscher Musik-Konzerne (Sony, Time Warner, EMI, PolyGram) gemeinsam mit der Filmproduktionsfirma Frank Otto. Charakteristisch waren deutschsprachige Moderationen, ein starker Fokus auf deutsche Künstler und ab 1995 der Schwestersender VIVA Zwei, der ein anspruchsvolleres Musikpublikum ansprechen sollte. Bekannte VIVA-Moderatoren waren unter anderem Stefan Raab, Heike Makatsch, Charlotte Roche, Mola Adebisi und Aleksandra Bechtel.
Mit dem Aufstieg von Online-Plattformen — vor allem YouTube ab 2005 — verlor klassisches Musikfernsehen rasch an Bedeutung. VIVA wechselte ab den späten 2000er Jahren das Format und sendete zunehmend Reality- und Unterhaltungsformate; Musikvideos waren dann nur noch in Nischenfenstern zu sehen. Im Dezember 2004 übernahm der US-Medienkonzern Viacom (heute Paramount Global) VIVA vollständig.
Am 31. Dezember 2018 stellte Viacom den Sendebetrieb von VIVA ein und überführte die Sendeplätze in den Kindersender Comedy Central. Damit endete eines der prägenden Kapitel des deutschen Musikfernsehens. Die in einer Generation Pop-Sozialisierter weit verankerte Marke ist heute vor allem in nostalgischen Rückblicken und in vereinzelten Online-Archiven präsent.