Vexillologie
Vexillologie: wissenschaftliche Beschäftigung mit Flaggen und Fahnen. Der Begriff leitet sich vom lateinischen „vexillum” (kleines römisches Truppen-Banner) und dem griechischen „-logia” (Lehre) ab und wurde 1957 vom US-Vexillologen Whitney Smith eingeführt.
Untersucht werden in der Vexillologie Geschichte, Gestaltung, Symbolik und Verwendung von Flaggen aller Art — Nationalflaggen einzelner Staaten, Regional- und Stadtflaggen, Sportverbände, Vereine, religiöse Symbole, historische Banner sowie spezialisierte Signalflaggen der See- und Luftfahrt. Methodisch verbindet das Fach historische Quellenarbeit, Heraldik (Wappenkunde), Designtheorie und politische Ikonografie.
Organisatorisch wird die Vexillologie weltweit von der International Federation of Vexillological Associations (FIAV) zusammengehalten, die rund 50 nationale Mitgliedsverbände vertritt. In Deutschland ist die 1962 gegründete Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde (DGF) der relevante Fachverband. Auf nationaler und internationaler Ebene werden regelmäßig Tagungen und Symposien ausgerichtet, das International Congress of Vexillology (ICV) findet alle zwei Jahre statt.
Berühmte Vexillologen waren oder sind unter anderem der Namensgeber Whitney Smith, der britische Forscher William Crampton sowie der US-Amerikaner Dr. Ted Kaye, dessen Designrichtlinien für gute Flaggen — Einfachheit, Symbolik, wenige Farben, kein Text — in der Praxis weit verbreitet sind. Die Disziplin hat in den letzten Jahren durch Internet-Foren wie das Subreddit „r/vexillology” und durch Diskussionen über die Neuordnung problematischer Symbole zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit erhalten.