Ultima Online
Ultima Online, kurz UO: 1997 veröffentlichtes Online-Rollenspiel des US-Studios Origin Systems (Electronic Arts). Es gilt als das erste kommerziell erfolgreiche Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG) und prägte das Genre über Jahre.
Spielwelt war Britannia aus der bestehenden Single-Player-Reihe „Ultima” von Richard Garriott. UO setzte ein offenes, weitgehend regelfreies Sandbox-Konzept um: Spieler konnten Häuser bauen, Berufe erlernen (Schmied, Bergbau, Alchemie, Bogenbau), Charaktere anderer Spieler überfallen oder Gilden gründen. Die Welt war über eine Vielzahl von „Shards” — getrennten Server-Instanzen — gleichzeitig zugänglich, jede davon mit eigener Geschichte und Spieler-Community.
Auf dem Höhepunkt um die Jahrtausendwende zählte Ultima Online über 250.000 zahlende Abonnenten, was damals eine Sensation war. Mit der Veröffentlichung neuerer MMORPGs wie EverQuest (1999) und vor allem World of Warcraft (2004) verlor UO an Marktanteil, blieb aber dauerhaft im Angebot. Bis heute betreibt der heutige Markenrechteinhaber Electronic Arts den Dienst auf einigen offiziellen Shards weiter; daneben gibt es eine lebendige Szene inoffizieller „Freeshard”-Server, die ältere Spielstände rekonstruieren.
Über das Spiel selbst hinaus ist UO als historisches Studienobjekt interessant: Die offene Welt-Mechanik führte früh zu ökonomischen Phänomenen — Inflation, Marktmanipulationen, Diebstahl-Konsequenzen —, die später als „virtuelle Ökonomien” in der Wirtschafts- und Sozialwissenschaft untersucht wurden.