Trojaner

Trojaner, vollständig Trojanisches Pferd: Form von Malware, die sich als nützliche oder harmlose Software ausgibt und damit den Nutzer dazu bewegt, sie freiwillig zu installieren. Im Hintergrund führt der Trojaner seine eigentliche, schädliche Funktion aus.

Der Name verweist auf die antike Sage vom Trojanischen Pferd aus Homers Ilias, bei der griechische Soldaten in einem Holzpferd versteckt nach Troja eindringen. Anders als ein klassischer Virus verbreitet sich ein Trojaner nicht selbstständig, sondern setzt auf die aktive Beteiligung des Opfers — meist durch Download einer scheinbar legitimen Anwendung, das Öffnen eines E-Mail-Anhangs oder die Installation eines vermeintlichen Updates.

Funktional unterscheiden sich Trojaner stark nach Auftrag. Banking-Trojaner wie Emotet oder Trickbot zielen darauf, Online-Banking-Zugänge mitzulesen und Überweisungen zu manipulieren. Backdoor-Trojaner öffnen eine Fernzugriffsmöglichkeit für Angreifer. Dropper installieren weitere Schadsoftware nach. Spyware-Trojaner sammeln Tastatureingaben („Keylogger”) und Bildschirmaufnahmen. Schließlich dienen viele Trojaner als Träger für Ransomware, die nach erfolgreicher Infektion Dateien verschlüsselt und Lösegeld fordert.

Zum Schutz gelten dieselben Empfehlungen wie bei Malware allgemein: aktuelle Betriebssystem- und Anwendungs-Updates, eine restriktive Berechtigungsvergabe, ein moderner Virenscanner, die kritische Prüfung von E-Mail-Anhängen und Download-Quellen sowie regelmäßige, getrennt gespeicherte Backups. Der staatlich eingesetzte „Bundes-Trojaner” zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung ist ein Sonderfall mit eigenständiger rechtlicher Bewertung in Deutschland.

ESC