Transrapid

Transrapid: in Deutschland entwickelter, schwebebahnartiger Hochgeschwindigkeitszug, der mit Magnetschwebetechnik („Maglev”) ohne Räder und ohne klassische Schienen-Reibung Geschwindigkeiten von bis zu rund 500 km/h erreichen kann. Die Entwicklung lief ab den 1960er Jahren unter Beteiligung von Siemens, ThyssenKrupp und der Bundesregierung.

Technische Grundlage ist das elektromagnetische Schwebeverfahren: starke Elektromagneten ziehen den Zug von unten gegen eine Stahlschiene und halten ihn dadurch wenige Millimeter über dem Fahrweg in der Luft. Der Antrieb erfolgt über einen Linearmotor, dessen Statorwicklungen direkt im Fahrweg verlegt sind. Damit entfällt das mechanische Reibungssystem klassischer Schienenbahnen.

Trotz erfolgreich umgesetzter Versuchsstrecken — vor allem der über 30 Kilometer langen Transrapid-Versuchsanlage im Emsland (TVE) bei Lathen — wurde die Technik in Deutschland nie kommerziell eingesetzt. Ein geplanter Linienbetrieb zwischen Berlin und Hamburg wurde 2000 eingestellt, das ebenfalls geplante München-Transrapid-Projekt zwischen Hauptbahnhof und Flughafen 2008 aus Kostengründen abgesagt. Bei einem schweren Unglück 2006 auf der Versuchsstrecke kamen 23 Menschen ums Leben.

International wurde Transrapid-Technik nach Shanghai exportiert, wo die 30 Kilometer lange Strecke vom Stadtzentrum zum Flughafen Pudong seit 2004 mit bis zu 430 km/h in Betrieb ist. Andere Maglev-Projekte — etwa die japanische JR-Maglev-Linie zwischen Tokio und Osaka — basieren auf abweichender Technik. Die Bundesregierung beendete die Förderung der Transrapid-Entwicklung 2011 endgültig; die deutsche Versuchsanlage im Emsland wurde 2012 stillgelegt.

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