Tim Berners-Lee
Sir Timothy John Berners-Lee, kurz Tim Berners-Lee: britischer Informatiker, geboren am 8. Juni 1955 in London. Gilt als Erfinder des World Wide Web und Begründer des Konzepts, Dokumente per Hypertext über das Internet zu verknüpfen.
Berners-Lee studierte Physik an der Universität Oxford und arbeitete ab den 1980er Jahren als Software-Entwickler am europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf. Dort entstand 1989 sein erstes Konzept-Papier für ein Hypertext-System; ein Jahr später setzte er die zugehörige Software um — den ersten Webserver, den ersten Browser und den ersten Web-Editor. Der entwickelte Standard umfasste HTML als Auszeichnungssprache, HTTP als Übertragungsprotokoll und die URL als Adressformat.
1991 gab er die Spezifikationen öffentlich und gebührenfrei frei. Damit legte er die Grundlage dafür, dass das Web sich rasch zur dominanten Anwendung des Internets entwickelte. 1994 gründete Berners-Lee das W3C am MIT in den USA und leitet es seither als Direktor.
Berners-Lee setzt sich kontinuierlich für ein offenes, dezentrales und nutzerorientiertes Web ein. 2009 rief er die Web Foundation ins Leben, 2018 das Projekt Solid, das Nutzern die Kontrolle über ihre eigenen Daten zurückgeben soll. Für seine Arbeit wurde er unter anderem 2004 von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen, erhielt 2016 den Turing Award und ist seit 2001 Mitglied der Royal Society. Den vom ihm erfundenen Begriff „World Wide Web” prägte er nach eigenen Angaben ohne strategische Absicht — heute werden zentrale Bereiche des Internets häufig schlicht „Web” genannt.