Starlink

Starlink: satellitengestützter Internetdienst des US-Raumfahrt-Unternehmens SpaceX, betrieben aus einer Konstellation niedrigfliegender Erdsatelliten („Low Earth Orbit”, LEO). Erste Testkunden konnten Starlink im Oktober 2020 buchen, der kommerzielle Marktstart erfolgte 2021.

Im Unterschied zum klassischen Satelliten-Internet, das geostationäre Satelliten in rund 36.000 km Höhe nutzt und entsprechend hohe Latenzen aufweist, betreibt Starlink seine Satelliten in 540 bis 570 km Höhe. Damit liegen Latenzen typischerweise bei 30 bis 60 Millisekunden, vergleichbar mit Kabel- oder DSL-Anschlüssen. Versorgt werden Kunden über eine eigene Empfangsantenne („Dishy”) und einen WLAN-Router; die Anlage richtet sich automatisch nach den vorbeiziehenden Satelliten aus.

Die Konstellation umfasst Stand 2024 rund 6.000 aktive Satelliten — die mit Abstand größte je in Betrieb genommene. Genehmigte Ausbaupläne sehen bis zu 42.000 Satelliten vor. Eingesetzt wird Starlink vor allem in Regionen ohne ausgebautes Breitbandnetz — abgelegene ländliche Gebiete, Schiffe, Wohnmobile, in der humanitären Hilfe und seit dem Ukraine-Krieg auch in militärischen Kontexten.

Politisch wird Starlink intensiv diskutiert. Astronomen kritisieren die zunehmende Beeinträchtigung von Sternbeobachtungen durch reflektierende Satelliten („Streifenbildung”); Verkehrsphysiker warnen vor steigender Kollisionsgefahr im Orbit („Kessler-Syndrom”). Konkurrenten sind das ältere O3b von SES, Eutelsat-OneWeb (durch Fusion 2023) sowie das geplante Projekt Kuiper von Amazon, das Anfang der 2030er Jahre den Vollbetrieb aufnehmen soll.

ESC