Snowden-Enthüllungen

Snowden-Enthüllungen: 2013 begonnene Veröffentlichungen geheimer Dokumente der US-amerikanischen National Security Agency (NSA) durch den ehemaligen NSA-Vertragsnehmer Edward Snowden. Die Veröffentlichungen führten weltweit zu einer Debatte über Massen-Überwachung, geheimdienstliche Kompetenzen und das Verhältnis von Sicherheit und Bürgerrechten.

Snowden, geboren 1983, arbeitete bis Frühjahr 2013 als Systemverwalter beim NSA-Vertragsnehmer Booz Allen Hamilton auf Hawaii. Im Mai 2013 reiste er nach Hongkong und übergab dort den Journalisten Glenn Greenwald, Laura Poitras und Ewen MacAskill umfangreiche Dokumente. Erste Veröffentlichungen erschienen ab dem 5. Juni 2013 im britischen Guardian und der Washington Post.

Aus den Dokumenten gingen unter anderem hervor: das Programm PRISM (Zugriff auf Daten großer US-Internet-Konzerne wie Google, Facebook und Microsoft), die massenhafte Erhebung von Verbindungs-Daten amerikanischer Telefon-Anschlüsse (Vorratsdatenspeicherung nach Section 215 des Patriot Act), die Programme XKeyscore und Tempora der britischen GCHQ sowie das Abhören von Regierungs-Vertretern befreundeter Staaten — etwa von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

In der Folge verschärfte sich die internationale Debatte um Verschlüsselung und Privatsphäre erheblich. Eine US-Anklage wegen Spionage zwang Snowden zur Flucht; seit Sommer 2013 lebt er in Russland, das ihm Asyl und 2022 die Staatsbürgerschaft gewährte. Die Bewertung Snowdens ist bis heute geteilt: für die einen ist er ein Whistleblower im Sinne der Demokratie, für die anderen ein Geheimnis-Verräter.

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