Slap-Bass

Slap-Bass: Spieltechnik auf dem E-Bass und dem Kontrabass, bei der die Saiten nicht mit den Fingerkuppen oder einem Plektrum angeschlagen, sondern mit dem Daumen geschlagen („slap”) und zusätzlich mit den Fingern gezupft („pop”) werden. Das Ergebnis ist ein perkussiver, knackiger Klang mit deutlich hörbaren Anschlags-Geräuschen.

Der musikalische Ursprung liegt im US-amerikanischen Jazz, Funk und R&B der 1960er und 1970er Jahre. Als Pionier des modernen Slap-Bass auf dem E-Bass gilt Larry Graham, Bassist der Funk-Band Sly and the Family Stone. Er entwickelte die Technik nach eigener Aussage, um in der Band ohne Schlagzeuger einen perkussiven Rhythmus zu erzeugen. Im Jazz prägten Marcus Miller, Stanley Clarke und Victor Wooten das Spiel weiter aus.

Spieltechnisch besteht Slap-Bass im Wesentlichen aus zwei Anschlagsarten: dem Schlag (Slap) mit dem Daumen — meist auf die tiefen Saiten — und dem Zupf (Pop) mit Zeige- und Mittelfinger — meist auf die hohen Saiten. Durch das Wechseln und die Dämpfung mit der linken Hand entsteht der charakteristische perkussive Rhythmus. Erweiterte Techniken sind doppelte Daumen-Schläge („double thumbing”), Glissandi, Akkord-Pops und perkussive Geister-Noten („ghost notes”).

Stilistisch prägt Slap-Bass den Funk maßgeblich, ist aber ebenso in Disco, Soul, Fusion-Jazz, Latin-Rock und in Teilen des Pop und Rock zu hören — etwa bei Bands wie Red Hot Chili Peppers (Flea), Level 42 (Mark King) oder Earth, Wind and Fire (Verdine White). Beim Kontrabass existiert eine ähnliche Technik im Rockabilly und Psychobilly, dort meist als „slap upright bass” bezeichnet.

ESC