SIP
SIP: Session Initiation Protocol, das dominierende Signalisierungsprotokoll für VoIP, Videoanrufe und Multimedia-Konferenzen über das Internet. 1999 als Standard der Internet Engineering Task Force (IETF) verabschiedet.
SIP regelt nicht den Transport der Sprach- oder Videodaten selbst — diesen übernimmt das Real-time Transport Protocol (RTP) — sondern alles drumherum: das Aufbauen, Ändern und Beenden einer Sitzung („Session”), das Anmelden von Endgeräten bei einem SIP-Server (Registrar), das Lokalisieren des Gesprächspartners und das Aushandeln der Medienformate.
Praktisch zum Einsatz kommt SIP überall, wo über das Internet telefoniert wird: in der All-IP-Telefonie der Festnetzanbieter (in Deutschland seit 2018 flächendeckend), in der Unternehmenstelefonie mit Cloud-PBX-Lösungen, in WebRTC-basierten Browser-Telefoniediensten und in vielen Softclients. Auch Unified-Communications-Plattformen wie Microsoft Teams, Cisco Webex und Zoom nutzen SIP oder SIP-Brücken zur Anbindung an das klassische Telefonnetz.
SIP-Telefone können als Hardware-Geräte vorliegen — ähnlich einem klassischen Telefon, aber mit Ethernet- oder WLAN-Anschluss — oder als Software auf Computer, Smartphone oder Tablet. Die Adressierung erfolgt über SIP-URIs in der Form sip:nutzer@anbieter.de, ähnlich einer E-Mail-Adresse.
Das Protokoll ist textbasiert, an HTTP angelehnt und offen dokumentiert, was die Interoperabilität zwischen Anbietern und Geräten verschiedener Hersteller ermöglicht hat.