Sender Freies Berlin
Sender Freies Berlin (SFB): öffentlich-rechtliche Rundfunk-Anstalt für West-Berlin, gegründet am 12. November 1953. Der SFB betrieb bis 2003 Hörfunk- und Fernsehprogramme und fusionierte am 1. Mai 2003 mit dem Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb).
Hintergrund der Gründung war die geteilte Berliner Lage nach dem Zweiten Weltkrieg. Der bisherige Berliner Rundfunk, dessen Funkhaus in der Masurenallee in West-Berlin lag, wurde von der sowjetischen Besatzungs-Macht kontrolliert. Mit dem SFB schuf der RIAS-nahe Westteil der Stadt einen eigenständigen, in der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Anstalten ARD organisierten Sender mit Sitz im Haus des Rundfunks im Bezirk Charlottenburg.
Im Hörfunk produzierte der SFB Wellen wie Radio Berlin (Information und Kultur), SFB 4 MultiKulti (mehrsprachig) sowie Radio B Zwei und Inforadio (ab 1995). Im Fernsehen war der SFB an der ARD-Gemeinschaftsprogrammen Erstem und Drittem Programm beteiligt; das Dritte Programm hieß bis zur Fusion „B1” und entstand als Kooperation mit dem ORB.
Bekannte SFB-Produktionen waren unter anderem die Politiksendung „Kontraste”, die Talkshow „Schreinemakers live” (zeitweise), das Fernseh-Quiz „Was bin ich?” sowie Programme zur Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Nach der Fusion zum rbb wurde der Standort an der Masurenallee weitergeführt und ist heute Hauptverwaltung des Senders.