Scrum
Scrum: in der Software-Entwicklung weit verbreitetes agiles Vorgehensmodell, das in den 1990er Jahren von Jeff Sutherland und Ken Schwaber formalisiert wurde. Der Name geht auf das Rugby-Gedränge zurück und betont den Charakter eines koordiniert vorrückenden Teams.
Im Kern teilt Scrum Projekte in kurze, gleich lange Arbeits-Zyklen — sogenannte Sprints von typischerweise zwei bis vier Wochen. Am Anfang eines Sprints plant das Team gemeinsam, welche Aufgaben aus dem Backlog (einer priorisierten Liste aller Anforderungen) erledigt werden. Am Ende präsentiert das Team in einem Sprint Review die fertige Funktionalität und reflektiert in einer Retrospektive die Zusammenarbeit der vergangenen Wochen.
Drei Rollen sind in Scrum definiert. Der Product Owner verantwortet das Backlog und priorisiert es nach Wert und Aufwand. Der Scrum Master sorgt dafür, dass das Team störungsfrei arbeiten kann, dass die Scrum-Regeln eingehalten werden und dass Hindernisse beseitigt werden. Das Entwicklungs-Team — typischerweise fünf bis neun Personen — setzt die Anforderungen praktisch um.
Scrum hat sich seit den 2000er Jahren in vielen Branchen über die ursprüngliche Software-Entwicklung hinaus verbreitet — von Marketing-Teams über Produktentwicklung bis zur Verwaltung. Ergänzende Methoden wie Kanban (visuelle Workflow-Steuerung), SAFe (Scaled Agile Framework für Großorganisationen) und LeSS (Large-Scale Scrum) sind aus dem Wunsch hervorgegangen, Scrum auf größere Strukturen zu skalieren.