Scratching
Scratching: aus dem HipHop stammende DJ-Technik, bei der eine Schallplatte bewusst vor- und zurückbewegt wird, während die Nadel auf der Rille verbleibt. Dadurch entstehen charakteristische, rhythmische Geräusche, die als eigenständiges Klangelement in den Mix integriert werden.
Erfunden wurde Scratching Ende der 1970er Jahre in der New Yorker DJ-Szene. Als entscheidender Pionier gilt Grand Wizzard Theodore, der die Technik nach eigener Schilderung 1975 zufällig entdeckte und systematisch ausbaute. In der Folge entwickelten DJs wie Grandmaster Flash, DJ Jam Master Jay (Run-DMC) und DJ Q-Bert das Repertoire deutlich weiter und etablierten Scratching als zentralen Bestandteil der Hip-Hop-Kultur.
Technische Grundlage sind ein klassischer Plattenspieler mit hohem Drehmoment (etwa der Technics SL-1200) und ein DJ-Mixer mit Crossfader und Phono-Vorverstärker. Der Crossfader erlaubt schnelles Stummschalten der Ausgabe, sodass nur die gewünschten Klangteile zu hören sind. Aus einfachen „Babys cratches” entwickelten sich anspruchsvollere Figuren wie Chirps, Flares, Crabs und Beat-Juggling. Wettbewerbe wie die DMC World DJ Championships (seit 1985) etablierten Scratching als eigene Disziplin.
Mit der Verbreitung digitaler DJ-Software wie Serato, Traktor und rekordbox können DJs heute auch ohne Vinyl scratchen — über sogenannte Timecode-Vinyl- oder reine Controller-Lösungen mit Drehtellern. Die ursprüngliche Plattenspieler-Tradition bleibt jedoch im Turntablism erhalten, einer Subkultur, die das Drehen, Schneiden und Scratchen von Schallplatten als eigenständige Kunstform behandelt.