Ruhrgebiet
Ruhrgebiet, kurz auch „Ruhrpott” oder „Pott”: polyzentrischer Ballungsraum im Westen Deutschlands, Teil des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und mit rund fünf Millionen Einwohnern eine der größten Metropolregionen Europas.
Geografisch umfasst das Ruhrgebiet den nördlichen Rheinland-Anteil und das südliche Westfalen entlang der Ruhr, der Emscher und der Lippe. Zentren sind unter anderem die Großstädte Dortmund, Essen, Bochum, Duisburg, Gelsenkirchen, Oberhausen und Mülheim an der Ruhr. Im Gegensatz zu klassischen Metropolen besitzt das Ruhrgebiet kein dominantes Zentrum, sondern verflicht zahlreiche Mittel- und Großstädte zu einer Einheit.
Wirtschaftlich war das Ruhrgebiet ab dem 19. Jahrhundert durch Steinkohlenbergbau, Stahl- und Schwerindustrie geprägt und wurde zur industriellen Drehscheibe Deutschlands. Mit dem Niedergang der Kohleförderung — die letzte deutsche Steinkohlenzeche schloss im Dezember 2018 in Bottrop — und dem schrumpfenden Stahlsektor setzte ab den 1970er Jahren ein langwieriger Strukturwandel ein. Heute prägen Dienstleistungen, Logistik, Wissenschaft und Kreativwirtschaft die Region; mit der Ruhr-Universität Bochum, der TU Dortmund und der Universität Duisburg-Essen gehört der Hochschulraum zu den größten in Europa.
Kulturell trägt das Ruhrgebiet ein dichtes Netz aus Museen, Theatern und Industriedenkmälern, viele davon ehemals industriell genutzt. 2010 war das Ruhrgebiet — gebündelt unter dem Titel „RUHR.2010” — Europäische Kulturhauptstadt; ein zentrales Symbol des Strukturwandels ist die zur UNESCO-Welterbestätte erhobene Zeche Zollverein in Essen.