Rote Armee Fraktion (RAF)

Rote Armee Fraktion, abgekürzt RAF: linksextremistische Terrororganisation in der Bundesrepublik Deutschland, die von 1970 bis 1998 aktiv war und sich selbst als bewaffnete Stadtguerilla verstand.

Gegründet wurde die RAF nach der gewaltsamen Befreiung des inhaftierten Andreas Baader durch Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und weitere Personen im Mai 1970 in West-Berlin. Ideologisch bezog sich die erste Generation auf antiimperialistische und marxistisch-leninistische Vorstellungen sowie auf den damaligen Vietnamkrieg, den sie als Anlass zur „Solidarität durch bewaffneten Kampf” gegen den US-amerikanischen und westdeutschen Staat darstellte.

Über mehrere „Generationen” hinweg verübte die RAF zahlreiche Anschläge, darunter Sprengstoffanschläge auf US-Militäreinrichtungen, Banküberfälle, Geiselnahmen und Morde an führenden Vertretern aus Wirtschaft und Justiz. Insgesamt fielen ihren Aktionen 34 Menschen zum Opfer. Höhepunkt der Auseinandersetzung war der Deutsche Herbst 1977 mit der Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer sowie der parallel inszenierten Flugzeugentführung der „Landshut”. Im selben Jahr nahmen sich die Anführer der ersten Generation Baader, Ensslin und Jan-Carl Raspe in Stuttgart-Stammheim das Leben.

Nach mehreren Anschlagswellen in den 1980er und frühen 1990er Jahren erklärte die Gruppe sich am 20. April 1998 in einem an Nachrichtenagenturen verschickten Schreiben für aufgelöst. Verbliebene Mitglieder verbüßten teils mehrjährige Haftstrafen. Bis heute sind einige der Täter der späten RAF-Generation auf der Flucht. Die historische Aufarbeitung der RAF ist Gegenstand zahlreicher Bücher, Filme (etwa „Der Baader Meinhof Komplex”, 2008) und Sonderausstellungen.

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