RCS
RCS, kurz für Rich Communication Services: Nachfolge-Standard für die klassische SMS und MMS, der vom Mobilfunk-Industrieverband GSMA spezifiziert wird. RCS ergänzt den klassischen Kurz-Nachrichten-Dienst um Funktionen, die Messenger wie WhatsApp, iMessage oder Signal längst bieten.
Funktional unterstützt RCS unter anderem Lesebestätigungen, Tipp-Indikatoren, Gruppenchats mit ausgewählten Berechtigten, das Versenden hochauflösender Bilder und Videos, die Wiedergabe von Sprach-Nachrichten und Standort-Freigaben sowie Datei-Austausch. Im Unterschied zu SMS läuft RCS über das mobile Datennetz oder WLAN — eine Mobilfunk-Verbindung ist nicht zwingend nötig.
Im Markt setzte sich RCS langsam durch. Google integrierte RCS ab 2018 in die Android-App „Nachrichten” und betreibt das Backend für viele Mobilfunk-Anbieter. Apple kündigte die Unterstützung von RCS für iMessage erst Ende 2023 an; mit iOS 18 (2024) wurde RCS auf iPhones aktiv freigeschaltet. Damit können RCS-Nachrichten erstmals plattformübergreifend zwischen Android und iPhone ausgetauscht werden, ohne auf SMS zurückzufallen.
Ein zentraler Kritikpunkt am ursprünglichen RCS-Standard war das Fehlen einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Google ergänzte diese in seiner Implementierung ab 2020 zunächst für Einzel-Chats und später für Gruppen-Chats; eine standardisierte Variante für alle RCS-Implementierungen wird seit 2024 von der GSMA umgesetzt. Damit konkurriert RCS direkter mit Messengern wie WhatsApp und Signal.