Punk
Punk: Musik- und Subkulturbewegung, die sich Mitte der 1970er Jahre in den USA und Großbritannien als Gegenbewegung zum kommerziell glatten Mainstream-Rock und zur Disco-Welle formierte.
Musikalisch ist Punk geprägt von schnellen, kurzen Stücken mit einfachen Akkordfolgen, verzerrten Gitarren, treibendem Schlagzeug und meist provokativen oder gesellschaftskritischen Texten. Stilbildend wurden ab 1974 US-Bands aus dem New Yorker CBGB-Umfeld wie die Ramones, Television und Patti Smith. In England prägten Anfang 1977 die Sex Pistols mit „God Save the Queen” und The Clash mit „White Riot” das öffentliche Bild der Bewegung: schroff, jugendlich, anti-monarchisch und sozialkritisch.
Über die Musik hinaus entstand eine eigene Subkultur mit Mode (zerrissene Kleidung, Sicherheitsnadeln, Lederjacken, Irokesen-Frisuren), grafischer Sprache (Fanzines, Collage-Plakate, „cut-and-paste”-Ästhetik) und einem ausgeprägten Do-it-yourself-Anspruch (DIY). Plattenlabels, Konzertreihen und Tonstudios wurden in vielen Fällen selbst aufgebaut, um unabhängig von der etablierten Musikindustrie produzieren zu können.
In Deutschland fasste Punk Ende der 1970er Jahre Fuß und brachte Bands wie Die Toten Hosen, Die Ärzte, Slime und Abwärts hervor. Aus dem ursprünglichen Punk gingen zahlreiche Subgenres und verwandte Strömungen hervor — darunter Hardcore Punk, Post-Punk, New Wave, Grunge sowie der Pop-Punk der späten 1990er Jahre mit Bands wie Green Day, Blink-182 und The Offspring. Politisch und kulturell wirken Punk-Anliegen wie Anti-Konformismus, DIY-Haltung und Konsumkritik bis heute weiter.