Poetry Slam

Poetry Slam: literarischer Wettstreit, bei dem Autorinnen und Autoren ihre selbst verfassten Texte vor Publikum vortragen und vom Publikum oder einer Jury bewertet werden lassen. Die Verbindung von Bühne, Wettkampf und ad-hoc-Rezeption hebt den Poetry Slam von klassischen Lesungen ab.

Erfunden wurde das Format 1986 vom US-amerikanischen Bauarbeiter und Dichter Marc Kelly Smith im Chicagoer Jazz-Club Get Me High Lounge. Mit dem späteren „Uptown Poetry Slam” im Green Mill Jazz Club entstand das Grundregelwerk: kurze Auftritte zwischen drei und fünf Minuten, ausschließlich eigene Texte, keine Requisiten, keine Musik, eine Bewertung über Publikumsjurys.

Inhaltlich reicht das Spektrum von Lyrik und Prosa über performte Comedy bis zu rap-naher Spoken Word Poetry. Gemeinsam ist den Vorträgen die Aufführungskomponente — Mimik, Stimme und Bühnenpräsenz spielen eine ebenso große Rolle wie Sprachkraft und Inhalt. Charakteristisch sind die direkte Publikumsbeteiligung und die deutlich niedrigere Eintrittshürde gegenüber klassischen Literaturveranstaltungen.

In Deutschland fand das Format ab Mitte der 1990er Jahre Verbreitung; der erste deutsche Slam fand 1994 in Berlin statt. Heute gehören Slams zum festen Programm vieler Theater und Veranstaltungsorte; die deutschsprachige Meisterschaft („GSM”) wird jährlich seit 1997 ausgetragen. Bekannte deutsche Slam-Künstler sind unter anderem Sebastian 23, Bas Böttcher, Patrick Salmen, Lasse Samström und Hazel Brugger.

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