Overtourism
Overtourism, deutsch „Übertourismus”: Begriff für eine touristische Überlastung von Orten, Regionen oder Sehenswürdigkeiten, bei der die Besucher-Zahl die Tragfähigkeit der lokalen Umgebung überschreitet. Der Begriff wurde 2016 vom US-Reisemagazin „Skift” populär gemacht und bezeichnet ein Phänomen, das schon zuvor unter Schlagworten wie „Touristen-Strömen” oder „Massen-Tourismus” diskutiert wurde.
Folgen von Overtourism sind unter anderem: Verdrängung von Einheimischen aus zentralen Stadtteilen durch kurzfristige Vermietung (etwa über Airbnb), Lärm- und Müll-Belastung, Anstieg der Lebenshaltungs-Kosten, Schäden an historischen Bauten und Kultur-Stätten, Überlastung von Verkehrs-Infrastruktur sowie Belastung sensibler Natur-Räume.
Häufig genannte Beispiele sind Venedig (das 2024 eine Eintritts-Gebühr für Tages-Besucher einführte), Dubrovnik, Amsterdam, Barcelona, das ostdeutsche Sächsische-Schweiz-Gebiet oder das japanische Kyoto. Mit dem Aufstieg von Kreuzfahrt-Tourismus, Billigflügen und Übernachtungs-Plattformen verschärfte sich die Lage in vielen Destinationen ab den 2010er Jahren spürbar.
Maßnahmen gegen Overtourism sind unter anderem: Besucher-Lenkung durch Reservierungssysteme, zeitliche Kontingentierung von Hot-Spots, höhere Übernachtungs-Steuern und Eintritts-Gebühren, Beschränkungen für Kurzzeit-Vermietungen, Verbote oder Beschränkungen großer Kreuzfahrt-Schiffe sowie Vermarktung weniger bekannter Alternativ-Ziele. Die Welttourismus-Organisation UNWTO empfiehlt eine ganzheitliche Steuerung von Tourismus, statt Wachstum als Selbstzweck zu setzen.