OER

OER, kurz für Open Educational Resources (deutsch „freie Bildungs-Materialien”): Bildungs-Inhalte, die kostenfrei und unter offenen Lizenzen veröffentlicht werden, sodass sie frei genutzt, geteilt, angepasst und weiterverbreitet werden dürfen. Die Bezeichnung wurde 2002 auf einer UNESCO-Konferenz geprägt.

Inhaltlich umfasst OER ein breites Spektrum: Schulbücher, Unterrichts-Materialien, Vorlesungs-Skripte, Übungsaufgaben, Videos, Podcasts, Lern-Software und ganze Online-Kurse — etwa im MOOC-Format. Lizenzrechtlich kommen üblicherweise Creative-Commons-Lizenzen wie CC BY und CC BY-SA zum Einsatz, vereinzelt auch Lizenzen mit zusätzlichen Bedingungen wie CC BY-NC (nicht-kommerziell).

David Wileys „5R” definieren die Freiheiten, die OER ausmachen: Retain (behalten), Reuse (wiederverwenden), Revise (überarbeiten), Remix (kombinieren) und Redistribute (verbreiten). Diese Freiheiten setzen OER von kostenlosen, aber lizenz-eingeschränkten Lern-Materialien ab.

Politisch wird OER von UNESCO, EU-Kommission und in Deutschland von Bund und Ländern gefördert — etwa über die OER-Strategie der Kultusministerkonferenz und Bundesförderungen für Plattformen. Beispiele für OER-Plattformen sind WirLernenOnline (Deutschland), das MIT OpenCourseWare (Vorlesungen des MIT), Khan Academy (kostenfreie Lehrvideos, allerdings nicht unter offener Lizenz) und das OER-Verzeichnis OERSI. Vorteile sind freier Zugang und Anpassbarkeit; Herausforderungen liegen in Qualitäts-Sicherung, didaktischer Aufbereitung und nachhaltiger Finanzierung der Erstellung.

ESC