Ölkrise
Ölkrise, auch Ölpreiskrise oder Energiekrise von 1973: ein Ende 1973 einsetzender, sprunghafter Anstieg des Rohölpreises um rund 70 Prozent, der die westliche Welt in eine schwere Wirtschafts- und Energieversorgungskrise stürzte.
Ausgelöst wurde die Krise durch den Jom-Kippur-Krieg im Oktober 1973 zwischen Israel und einer Koalition aus Ägypten und Syrien. Die in der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) zusammengeschlossenen arabischen Förderstaaten verhängten ein Förderkürzungs- und teilweises Lieferembargo gegen Staaten, die Israel unterstützten — darunter die USA, die Niederlande, Portugal und Südafrika. Innerhalb weniger Monate stieg der Rohölpreis vom Vorkrisenniveau von rund drei auf zwölf US-Dollar pro Barrel.
In der Bundesrepublik Deutschland führte die Bundesregierung als sichtbare Reaktion die vier autofreien Sonntage im November und Dezember 1973 sowie ein temporäres Sonntagsfahrverbot für Lastkraftwagen ein. Tempolimits auf Autobahnen und beheizte Schwimmbäder wurden eingeschränkt. Auch das Energiesparen rückte erstmals als gesellschaftliches Thema in den Vordergrund.
Mittelfristig markierte die Ölkrise das Ende der langen Wachstumsphase nach dem Zweiten Weltkrieg („Wirtschaftswunder”) und beschleunigte den Strukturwandel weg von kohle- und ölintensiver Industrie. Politisch beförderte sie die Diversifizierung der Energiequellen — Atomkraft, Erdgas, später erneuerbare Energien — und legte den Grundstein für die Internationale Energie-Agentur (IEA), die 1974 als westliche Energie-Reservekoordination gegründet wurde. Eine zweite Ölkrise folgte 1979/80 im Zuge der Iranischen Revolution.