Napster
Napster: 1999 in den USA gegründete Peer-to-Peer-Plattform zum Tausch digitaler Musikdateien, vor allem im MP3-Format. Napster gilt als Wegbereiter des modernen Musik-Downloads und stand zugleich im Mittelpunkt einer der prägendsten Auseinandersetzungen über Urheberrecht im Internet.
Gegründet wurde Napster von den damaligen US-Studenten Shawn Fanning und Sean Parker. Die Software ermöglichte es, Musikdateien direkt vom Computer anderer Nutzer herunterzuladen. Auf dem Höhepunkt um 2001 nutzten weltweit über 80 Millionen registrierte Mitglieder den Dienst. Die schnelle Verbreitung von kostenlos gehandelten urheberrechtlich geschützten Stücken führte zu einer Welle von Klagen — vor allem der US-Plattenfirmen-Vereinigung RIAA, der Band Metallica und des Rappers Dr. Dre.
Im Juli 2001 ordnete ein US-Bundesgericht die Schließung des Dienstes an. Napster meldete 2002 Insolvenz an. Die Marke wurde mehrfach weiterverkauft und in einen werbe- bzw. abo-basierten legalen Musik-Streaming-Dienst umgewandelt — zuletzt 2024 vom KI-Musikproduzent suno für rund 100 Millionen US-Dollar an die holding Algorand Inc. übergeben.
Über das eigene Geschäftsmodell hinaus hat Napster die Musikindustrie nachhaltig verändert. Die Erfahrungen mit der Plattform beschleunigten die Einführung legaler Online-Musikangebote — darunter Apples iTunes Music Store 2003 und später Streaming-Dienste wie Spotify (2008). Konzeptionell prägte Napster zudem die nachfolgende BitTorrent-Welle und steht in vielen Übersichten am Anfang der digitalen Disruption der Musikindustrie.