Muttertag
Muttertag: in vielen Ländern begangener Ehrentag für die Mutter, in Deutschland und den USA traditionell am zweiten Sonntag im Mai. Üblich sind kleine Geschenke, Blumen, Karten oder ein gemeinsam verbrachter Tag.
Vorläufer des modernen Muttertags gehen auf die US-amerikanische Sozialreformerin Ann Maria Reeves Jarvis zurück, die in den 1860er-Jahren „Mothers Day Friendship Meetings” organisierte, um nach dem Sezessionskrieg Frauen verfeindeter Lager wieder ins Gespräch zu bringen. Ihre Tochter Anna Jarvis veranstaltete 1908 am zweiten Todestag ihrer Mutter einen Gedenkgottesdienst, aus dem sich rasch eine Bewegung für einen offiziellen Ehrentag entwickelte. 1914 erklärte US-Präsident Woodrow Wilson den zweiten Sonntag im Mai per Proklamation zum nationalen „Mother’s Day”.
Bereits früh setzte die Kommerzialisierung des Tages ein. Vor allem Blumenhändler nutzten den Anlass mit Slogans wie „Lasst die Blumen sprechen”, was Anna Jarvis später öffentlich kritisierte und vergeblich zu unterbinden versuchte. In Deutschland wurde der Muttertag 1923 auf Initiative des Verbandes Deutscher Blumengeschäftsinhaber erstmals begangen und in den 1930er-Jahren stark ideologisch aufgeladen.