MOOC

MOOC: Massive Open Online Course; offener Online-Kurs mit potenziell unbegrenzter Teilnehmerzahl, typischerweise kostenfrei zugänglich und über das Internet abrufbar.

Charakteristisch für einen MOOC ist die Kombination aus aufgezeichneten Videoeinheiten, Lesematerial, automatisch ausgewerteten Tests sowie Diskussionsforen, in denen sich Teilnehmer untereinander und mit den Lehrenden austauschen. Damit unterscheidet sich der Format-Begriff von klassischen E-Learning-Angeboten vor allem durch die offene Teilnahmemöglichkeit und die hohe Skalierbarkeit: Ein einzelner Kurs kann mehrere hunderttausend Personen gleichzeitig erreichen.

Der Begriff wurde 2008 von Stephen Downes und George Siemens in Kanada geprägt. Den internationalen Durchbruch erlebte das Format ab 2011, als die Stanford University einen freien Kurs zu Künstlicher Intelligenz online stellte, an dem rund 160.000 Personen teilnahmen. Daraus entstanden die heute prägenden Plattformen Coursera (2012, Gründer Andrew Ng und Daphne Koller) und Udacity (2012, Gründer Sebastian Thrun) sowie aus der Harvard- und MIT-Initiative das offene Konsortium edX. Im deutschsprachigen Raum entstanden Plattformen wie iversity (2013–2020) und openHPI des Hasso-Plattner-Instituts.

Geschäftlich finanzieren sich MOOC-Plattformen heute überwiegend über kostenpflichtige Zertifikate, Mikro-Abschlüsse („MicroMasters”, „Nanodegrees”) und kooperative Online-Studiengänge mit Universitäten. Der ursprüngliche Anspruch, hochwertige Bildung global kostenfrei verfügbar zu machen, ist damit teilweise zugunsten freemium-artiger Modelle gewichen, in denen kostenlose Kursteilnahme möglich ist, aber Zertifikate, Korrekturen oder Studiengangsabschlüsse kostenpflichtig sind.

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