Mirabilis

Mirabilis Ltd.: 1996 in Tel Aviv gegründetes israelisches Startup, das den ersten populären Instant-Messaging-Dienst ICQ entwickelte und damit das spätere Geschäftsmodell der Sofortnachrichten-Dienste maßgeblich prägte.

Gegründet wurde Mirabilis von vier jungen Entwicklern — Yair Goldfinger, Sefi Vigiser, Amnon Amir und Arik Vardi — sowie dem Investor Yossi Vardi (Vater von Arik Vardi). Das Team brachte im November 1996 ICQ („I Seek You”) auf den Markt: ein kostenloser Messenger, der Nutzern erlaubte, andere Online-Kontakte zu finden und in Echtzeit zu chatten. Die schnelle Adoption durch Millionen Nutzer innerhalb weniger Monate machte den Dienst weltweit bekannt.

Mirabilis arbeitete nach dem Modell „erst Reichweite, dann Geschäftsmodell” — eine Strategie, die in der späten 1990er-Jahre-Internet-Welle nicht selten war. Statt eines klassischen Vertriebsmodells stellte das Unternehmen ICQ kostenfrei zur Verfügung und finanzierte sich zunächst über Risikokapital. Bereits 1998 übernahm der US-Onlinedienst AOL Mirabilis und damit ICQ für 287 Millionen US-Dollar in bar plus weitere 120 Millionen aus erfolgsabhängigen Komponenten.

Nach der AOL-Übernahme blieb Mirabilis formell als Tochter erhalten, das Team integrierte sich aber zunehmend in AOL. Über mehrere Eigentümerwechsel wechselte ICQ später zu Digital Sky Technologies (heute VK) und wurde im Juni 2024 endgültig eingestellt. Mirabilis selbst gilt als prägendes Beispiel für die Pionier-Phase israelischer Tech-Startups und für die Verbindung von Internet-Innovation mit klassischer Startup-Akquise durch große US-Konzerne.

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