Mikrokredit
Mikrokredit, auch Kleinstkredit: Kredit in geringer Höhe, der überwiegend an Kleinunternehmer oder Existenzgründer vergeben wird, die auf dem klassischen Kreditmarkt keinen oder nur erschwerten Zugang zu Finanzierung haben.
Als Pionier des modernen Mikrokredits gilt der bangladeschische Wirtschaftswissenschaftler Muhammad Yunus, der 1983 die Grameen Bank gründete und damit die erste auf Kleinstkredite spezialisierte Bank schuf. Für diese Arbeit erhielten Yunus und die Grameen Bank 2006 gemeinsam den Friedensnobelpreis.
Mikrokredite zielen darauf, Armut zu lindern und wirtschaftliche Eigenständigkeit zu fördern, indem sie es Empfängern erlauben, Werkzeug, Material oder kleine Produktionsmittel anzuschaffen. Ursprünglich vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern verbreitet, wird das Konzept seit den 2000er-Jahren auch in Industrieländern angewendet.
In Deutschland richtete die Bundesregierung 2010 den Mikrokreditfonds Deutschland ein, der ab 2015 unter dem Namen Mikrokreditfonds Deutschland fortgeführt und durch das Programm „Mikromezzaninfonds” sowie regionale Mikrofinanzierer ergänzt wurde. Kreditsummen liegen typischerweise zwischen wenigen tausend und 25.000 Euro. Vergeben werden die Mittel über akkreditierte Mikrofinanzinstitute in Zusammenarbeit mit Hausbanken wie der GLS Gemeinschaftsbank.