LTE

Long Term Evolution, kurz LTE: Mobilfunkstandard der vierten Generation (4G), der Mitte der 2000er Jahre vom Industriegremium 3GPP entwickelt wurde und seit Anfang der 2010er Jahre flächendeckend zum Einsatz kommt.

LTE löste den Vorgängerstandard UMTS als dominierenden mobilen Datenstandard ab. Gegenüber UMTS bringt LTE deutlich höhere Datenraten, kürzere Latenzen und eine ausschließlich paketvermittelte Architektur — Sprachgespräche werden über das ergänzende Verfahren Voice over LTE (VoLTE) als Datenströme abgewickelt. In der ursprünglichen Spezifikation lag die theoretische Downstream-Rate bei bis zu 100 Mbit/s, mit der Erweiterung LTE-Advanced ab 2013 wurden je nach Frequenzbündelung mehrere hundert Mbit/s möglich.

In Deutschland startete der kommerzielle LTE-Betrieb 2010 zunächst in ländlichen Gebieten, um die Versorgung mit schnellem Internet abseits von DSL- und Kabelanschlüssen zu verbessern. Spätere Auktionen weiterer Frequenzbänder ermöglichten den Ausbau auch in Ballungsräumen. Genutzt wird LTE über entsprechende Endgeräte wie Smartphones, Tablets, mobile Router (MiFi) und LTE-Modems.

Mit dem Ausbau von 5G ab 2019 hat LTE seinen Status als jüngster Standard abgegeben. Es bleibt jedoch weiterhin die in Fläche und Endgeräten am breitesten verfügbare Mobilfunktechnik und wird beim Funkzellenwechsel auch von 5G-Geräten regelmäßig genutzt. Die deutschen Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) schalteten ihre UMTS-Netze 2021 ab und nutzen die freigewordenen Frequenzen für den parallelen Betrieb von LTE und 5G.

ESC