Love Parade
Love Parade: Berliner Techno-Demonstration und späteres Open-Air-Festival, das von 1989 bis 2010 jährlich stattfand und zeitweise als das größte Techno-Event der Welt galt.
Gegründet wurde die Love Parade 1989 vom Berliner DJ Dr. Motte als politische Demonstration unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen”. Beim ersten Mal zogen rund 150 Teilnehmer über den Kurfürstendamm — Anfang der 1990er Jahre wuchs die Parade rasant. Auf dem Höhepunkt im Jahr 1999 nahmen nach Veranstalter-Angaben bis zu 1,5 Millionen Menschen an der Parade durch den Berliner Tiergarten teil.
Charakteristisch waren bunte „Floats” — Lastwagen mit DJ-Kanzel und Sound-Anlage, die im Schritttempo durch die Stadt fuhren und einen Strom feiernder Menschen anzogen. Daneben prägten DJs wie Westbam, Sven Väth, Carl Cox und Paul van Dyk das Bild der Veranstaltung. Die Love Parade zählte über zwei Jahrzehnte zu den prägenden Symbolen der Berliner Club- und Jugendkultur.
Im Sommer 2010 verlagerte sich die Parade nach Duisburg ins Ruhrgebiet. Am 24. Juli 2010 kam es bei der dortigen Veranstaltung in einem Zugangstunnel zu einer Massenpanik mit 21 Todesopfern und über 650 Verletzten. Der Veranstalter sagte alle weiteren Love-Parade-Ausgaben ab. Strafrechtliche Verfahren gegen Verantwortliche endeten 2017 ohne Verurteilung wegen Verjährung beziehungsweise Einstellung. Das Ereignis prägt die Erinnerung an die Love Parade bis heute und stand 2024 im Zentrum eines vielbeachteten Dokumentar-Spielfilms.