Lederhose

Lederhose: Kniebund- oder kurze Hose aus Leder, die traditionell in den alpinen Regionen Bayerns, Tirols, Salzburgs und Vorarlbergs als Teil der Tracht getragen wird. Lederhosen sind heute vor allem als Symbol der bayerischen und österreichischen Trachten-Kultur sowie als Festtags-Kleidung auf dem Oktoberfest bekannt.

Historisch gehen Lederhosen auf die robuste Arbeits-Hose von Bauern, Jägern und Handwerkern zurück, die seit dem 18. Jahrhundert in den Alpen-Regionen verbreitet war. Material war traditionell Hirsch-, Reh-, Gämse- oder Ziegen-Leder, das durch seine Strapazier-Fähigkeit und gute Wärme-Isolierung praktisch war. Im 19. Jahrhundert geriet die Lederhose in städtischen Kreisen vorübergehend aus der Mode, wurde aber durch Trachten-Vereine und das gestiegene Interesse an alpiner Kultur — gefördert auch durch Kaiser Franz Joseph und König Ludwig II. — wieder populär.

Charakteristisch sind je nach Region unterschiedliche Schnitte und Verzierungen: kurze Lederhose („Krachlederne”) oder Kniebundhose („Bundhose”), Hosenträger mit Quersteg, aufwendige Stickereien (z. B. Eichenlaub, Hirschmotive) sowie typische Beschläge aus Horn oder Bein. Im bayerischen Oberland sind grüne Stickereien verbreitet, im Salzburgischen rote, im Pinzgau und Pongau eher zurückhaltende Schmuck-Elemente.

Heute werden Lederhosen vor allem zu Volksfesten, Hochzeiten und in Trachten-Vereinen getragen. Auf dem Münchner Oktoberfest sind sie sowohl unter Einheimischen als auch unter internationalen Gästen verbreitet, was zu einem deutlich gewachsenen Marktsegment für Trachten-Mode geführt hat. Hochwertige handgefertigte Lederhosen kosten mehrere hundert bis mehrere tausend Euro.

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