Latein

auch Lingua Latina: indogermanische Sprache aus dem italischen Zweig; Latein war die Amtssprache des Römischen Reichs.

Aus Latein haben sich die romanischen Sprachen entwickelt, darunter Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch und Rumänisch. Auch andere europäische Sprachen wie Englisch oder Deutsch sind in Wortschatz und Fachterminologie stark vom Lateinischen geprägt.

Ursprünglich wurde Latein von den Bewohnern Latiums gesprochen, einer Gegend um Rom. Mit der Ausbreitung des Römischen Reichs verbreitete sich die Sprache über weite Teile Europas, Nordafrikas und Vorderasiens. Im Mittelalter war Latein die universelle Sprache von Wissenschaft, Verwaltung und Kirche; bis heute ist es Amtssprache des Vatikans und liefert Fachterminologie für Medizin, Biologie und Recht.

Der Erwerb lateinischer Sprachkenntnisse erfolgt klassischerweise durch das Studium antiker Originaltexte von Autoren wie Caesar, Cicero oder Sallust und wird mit einer Prüfung (Latinum) abgeschlossen. In Studienfächern wie Theologie, Geschichte oder Romanistik ist das Latinum vielerorts weiterhin Zulassungsvoraussetzung.

Latein gilt als tote Sprache, da es nicht mehr als Muttersprache erworben oder im Alltag aktiv gesprochen wird. Als Bildungs- und Fachsprache ist es jedoch weiterhin lebendig.

ESC