Königsstuhl
Königsstuhl: 118 Meter hohes Kreidefelsen-Kap auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Ostsee-Insel Rügen, Mecklenburg-Vorpommern. Der Königsstuhl ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Rügens und liegt im Nationalpark Jasmund, der seit 2011 zum UNESCO-Welterbe „Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas” gehört.
Der Felsen ist Teil der bis zu 161 Meter hohen Stubbenkammer, einer rund 15 Kilometer langen Steilküste. Das Gestein besteht aus Schreibkreide, die vor rund 70 Millionen Jahren in der Oberkreidezeit aus den Skelett-Resten winziger Meeres-Organismen entstand. Durch die fortwährende Erosion brechen immer wieder Teile der Steilküste ab; der Felsenvorsprung ändert dadurch im Lauf der Jahrzehnte langsam seine Form.
Der Name geht auf eine umstrittene Legende zurück, nach der schwedische Könige hier ihren Thronstuhl errichteten und Wettkämpfe der Erbfolger veranstalteten. Wissenschaftlich gesichert ist diese Erzählung nicht. Bekannt machte den Königsstuhl unter anderem das Gemälde „Kreidefelsen auf Rügen” (1818) des Romantik-Malers Caspar David Friedrich, das in der Sammlung Oskar Reinhart in Winterthur hängt.
Heute betreibt der Verein „Nationalpark-Zentrum Königsstuhl” oberhalb des Felsens eine Ausstellung zum Nationalpark und seiner Tier- und Pflanzen-Welt. Aus Sicherheits-Gründen wurde der direkte Aussichts-Punkt 2023 durch einen freischwebenden, 185 Meter langen Skywalk ersetzt, der den Felsen schont und gleichzeitig den Blick auf die Kreideküste bewahrt.