Kitesurfen
Kitesurfen, auch Kiteboarding: Wassersport, bei dem ein Sportler auf einem Board steht und sich von einem großen, lenkbaren Drachen („Kite”) über das Wasser ziehen lässt. Antrieb liefert der Wind, der die Stoffsegelfläche des Kites in Vortrieb umsetzt.
Die Ausrüstung besteht aus dem Kite (typischerweise 5 bis 17 Quadratmeter, je nach Windstärke und Körpergewicht), einer Steuerbar mit vier oder fünf Leinen, einem Trapez als Hüftgurt zur Lastübertragung sowie einem Board — wahlweise als Twintip (Snowboard-ähnlich, symmetrisch fahrbar) oder als Directional Board mit Bug und Heck. Über die Bar wird der Anstellwinkel des Kites variiert und damit der Vortrieb gesteuert.
Kitesurfen entwickelte sich in den 1990er Jahren aus Versuchen, Drachen für Wasser- und Schneesport zu nutzen. Wegweisende Beiträge kamen von den Brüdern Bruno und Dominique Legaignoux aus Frankreich, deren aufblasbare Bow-Kite-Konstruktion ab 2005 die Sicherheit deutlich erhöhte und den Massensport ermöglichte. Heute wird Kitesurfen weltweit ausgeübt, mit Hotspots vor allem auf Hawaii, in der Karibik, am Roten Meer und an der westeuropäischen Atlantikküste.
Disziplinen umfassen Freestyle (Sprünge und Tricks), Wave-Riding auf Wellen, Big-Air-Wettkämpfe (Höhensprünge bis 30 Meter, gemessen über das WOO-System) sowie Course-Race und Foil-Racing, bei dem ein Tragflügel das Board über das Wasser hebt. Die Foil-Variante wurde 2024 in Marseille als olympische Disziplin debütiert.