Karikatur

Karikatur: komisch überspitzte zeichnerische Darstellung von Personen oder Sachverhalten, häufig mit politischem oder gesellschaftskritischem Hintergrund.

Ein Karikaturist – so die Berufsbezeichnung für Zeichner von Karikaturen – verbildlicht Satire, indem er aktuelle Personen, Ereignisse oder gesellschaftliche Zustände gezielt überzeichnet. Charakteristisch sind die übertriebene Darstellung markanter äußerer Merkmale (etwa Nase, Frisur oder Statur) sowie die symbolische Verdichtung komplexer politischer Vorgänge in einem einzelnen Bild.

Die ersten karikaturähnlichen Zeichnungen lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen. Die Vorläufer der modernen gesellschaftskritischen Karikatur entstanden im 18. Jahrhundert in England; dort thematisierten Künstler wie William Hogarth und James Gillray das Königshaus, die englische Politik und die Französische Revolution. Im 19. Jahrhundert etablierte sich die Karikatur in Satiremagazinen wie dem französischen „Le Charivari” oder dem deutschen „Simplicissimus” als feste publizistische Form.

Heute erscheinen Karikaturen vor allem auf den Meinungsseiten von Tageszeitungen und in Online-Medien. Sie genießen den Schutz der Kunst- und Pressefreiheit, geraten aber – etwa bei religiösen Themen – immer wieder auch in Konflikt mit Empfindlichkeiten der Dargestellten oder ganzer Gruppen.

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