IPv6

IPv6, Internet Protocol Version 6: nachfolgendes Adressierungs-Protokoll des Internets, das den älteren Standard IPv4 schrittweise ablöst. Spezifiziert wurde IPv6 ab 1998 von der Internet Engineering Task Force (IETF), nachdem die rund 4,3 Milliarden möglichen IPv4-Adressen weltweit knapp wurden.

Eine IPv6-Adresse ist 128 Bit lang und wird in acht hexadezimalen Blöcken zu je vier Stellen geschrieben, etwa 2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334. Aufeinanderfolgende Nullblöcke dürfen durch :: abgekürzt werden. Insgesamt stehen damit rund 340 Sextillionen Adressen zur Verfügung — eine Größenordnung, die für absehbare Zeit jedes Gerät weltweit eindeutig adressieren kann.

Neben dem reinen Adressraum bringt IPv6 mehrere strukturelle Vorteile: vereinfachte Routing-Tabellen durch hierarchische Adresszuweisung, integrierter Verschlüsselungs- und Authentifizierungs-Standard IPsec, automatische Adresskonfiguration über SLAAC sowie effizientere Paketverarbeitung durch einen schlankeren Header. Auch Network Address Translation (NAT), das unter IPv4 weit verbreitet ist, wird unter IPv6 nicht mehr benötigt.

Die Umstellung läuft schleppend: Anfang 2024 erreichte der IPv6-Anteil im Web rund 40 Prozent — je nach Provider und Region stark schwankend. Deutsche Privatkundenanschlüsse der Telekom und Vodafone arbeiten in der Regel im Dual-Stack-Modus mit gleichzeitig IPv4 und IPv6. Im Mobilfunk gehen einzelne Anbieter zunehmend zu IPv6-only-Netzen über und überbrücken IPv4 über Translationsmechanismen wie NAT64.

ESC