Ingeborg-Bachmann-Preis

Ingeborg-Bachmann-Preis: deutschsprachiger Literatur-Preis, der jährlich im Rahmen der „Tage der deutschsprachigen Literatur” in Klagenfurt am Wörthersee verliehen wird. Benannt ist der Preis nach der österreichischen Autorin Ingeborg Bachmann (1926–1973), einer der prägenden Schriftstellerinnen der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur.

Veranstaltet wird der Wettbewerb seit 1977 von der Stadt Klagenfurt gemeinsam mit dem ORF. Charakteristisch ist das Format: über drei Tage lesen vorab eingeladene Autorinnen und Autoren — meist 14 Personen — jeweils einen bis dahin unveröffentlichten Prosatext vor laufenden Kameras im Klagenfurter ORF-Theater vor. Anschließend diskutiert eine prominente Jury aus Literaturkritikern den Beitrag im selben Studio, oft kontrovers und vor laufender Live-Übertragung im Fernsehen.

Vergeben werden mehrere Auszeichnungen. Der mit 25.000 Euro dotierte Hauptpreis ist die titelgebende Ingeborg-Bachmann-Auszeichnung. Daneben werden der Deutschlandfunk-Preis, der Kelag-Preis, der KELAG-Publikumspreis (online vom Publikum gewählt) sowie der 3sat-Preis vergeben. Insgesamt ist der Wettbewerb mit rund 50.000 Euro Preisgeld eine der bestdotierten Literaturveranstaltungen im deutschsprachigen Raum.

Über den finanziellen Rahmen hinaus gilt der Bachmann-Preis als wichtiger Karrieresprung für junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Frühere Preisträger wie Sten Nadolny, Wolfgang Hilbig, Birgit Vanderbeke, Sibylle Berg, Tex Rubinowitz, Tanja Maljartschuk oder zuletzt Tijan Sila gehören zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Die Veranstaltung selbst ist gleichzeitig eine medienwirksame Form öffentlicher Literaturkritik.

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