Influencer-Marketing
Influencer-Marketing: Marketing-Disziplin, bei der Unternehmen mit Personen kooperieren, die in sozialen Netzwerken über eine große oder besonders engagierte Reichweite verfügen — sogenannten Influencerinnen und Influencern.
Charakteristisch ist die Verlagerung der Werbe-Botschaft in das persönliche Umfeld der Influencer. Statt klassischer Anzeigen werden Produkte über Empfehlungen, persönliche Erfahrungs-Berichte, Foto-Posts auf Instagram, Kurzvideos auf TikTok oder ausführliche YouTube-Beiträge präsentiert. Die persönliche Bindung zwischen Influencer und Publikum verspricht eine höhere Glaubwürdigkeit als klassische Werbung.
Unterschieden werden mehrere Größenklassen. Nano-Influencer haben weniger als 10.000 Follower und gelten als besonders glaubwürdig in eng definierten Nischen. Mikro-Influencer (10.000 bis 100.000) richten sich an klare Zielgruppen, Makro-Influencer (100.000 bis eine Million) erreichen breite Publika, und Mega-Influencer mit über einer Million Followern arbeiten häufig mit großen Marken. Spezialisiert hat sich daneben das B2B-Influencer-Marketing in Berufsnetzwerken wie LinkedIn.
Rechtlich sind Influencer-Posts mit kommerziellem Hintergrund in Deutschland und der EU klar als Werbung zu kennzeichnen — typischerweise mit „Werbung”, „Anzeige” oder vergleichbaren Hinweisen. Gerichts-Urteile des Bundesgerichtshofs aus 2021/2022 haben mehrere Streit-Fragen geklärt: Auch unbezahlte Tags von Marken können Werbe-Kennzeichnungs-Pflichten auslösen, sofern eine erkennbare kommerzielle Nähe besteht.