IMAP
IMAP, Internet Message Access Protocol: Internetstandard für den Zugriff von E-Mail-Programmen auf E-Mail-Konten beim jeweiligen Anbieter. Im Unterschied zum älteren POP3 verbleiben die Nachrichten standardmäßig auf dem Server und werden vom Client nur synchronisiert.
Spezifiziert wurde IMAP erstmals 1986 an der Stanford University; die heute übliche Version IMAP4rev1 ist 2003 in RFC 3501 festgelegt. Der zugehörige Standardport ist 143 für unverschlüsselte und 993 für TLS-verschlüsselte Verbindungen.
Funktional bietet IMAP gegenüber POP3 mehrere Vorteile. Ordner-Strukturen, gelesen/ungelesen-Markierungen und Aktionen werden zwischen Server und mehreren Geräten synchronisiert — was den parallelen Zugriff vom PC, Smartphone und Tablet ermöglicht. Nachrichten müssen nicht komplett geladen werden, sondern lassen sich teils einzeln auf Anforderung abrufen, was bei großen Mailboxen Bandbreite spart. Auch Suche und Filter werden serverseitig durchgeführt.
Standard-Konfigurationen kombinieren IMAP zum Empfang mit SMTP zum Versand. Verbreitete E-Mail-Programme wie Apple Mail, Microsoft Outlook, Mozilla Thunderbird und mobile Apps unterstützen IMAP von Haus aus. Im Geschäftsumfeld hat das Microsoft-eigene Exchange/ActiveSync-Protokoll teils ähnliche Funktionen übernommen; im offenen Internet bleibt IMAP der dominante Empfangs-Standard. Mit OAuth-basierten Authentifizierungs-Verfahren ist die klassische Benutzername-/Passwort-Anmeldung in den letzten Jahren bei großen Anbietern wie Gmail und Outlook.com durch Zwei-Faktor-fähige Tokens abgelöst worden.