Hongkong
Hongkong, amtlich Sonderverwaltungsregion Hongkong der Volksrepublik China: Stadtstaat an der Südküste Chinas mit rund 7,5 Millionen Einwohnern. Die Region umfasst die Hongkong-Insel, die Halbinsel Kowloon, die New Territories und mehr als 200 vorgelagerte Inseln.
Bis 1997 war Hongkong britische Kronkolonie. Mit der Übergabe an China im Juli 1997 wurde die Region zur Sonderverwaltungsregion mit dem in der gemeinsamen Erklärung Großbritanniens und Chinas (1984) und im Hongkonger Grundgesetz festgelegten Prinzip „Ein Land, zwei Systeme” (yi guo liang zhi). Vereinbart waren für 50 Jahre, also bis 2047, ein eigenes Rechtssystem, eine eigene Währung (Hongkong-Dollar), Pressefreiheit und ein gewähltes Legislativorgan.
Die Auslegung und Umsetzung dieses Prinzips ist politisch umstritten. Aktivisten und westliche Regierungen, darunter die USA und das Vereinigte Königreich, werfen Peking vor, die vereinbarten Freiheiten seit etwa 2014 — und beschleunigt nach den Großdemonstrationen 2019/2020 — schrittweise einzuschränken. Konkrete Vorwürfe beziehen sich auf die 2020 verabschiedeten Sicherheitsgesetze, die Verfolgung von Oppositionellen und Journalisten sowie auf eine Wahlrechtsreform, die nur als „patriotisch” eingestufte Kandidaten zur Wahl zulässt. Die chinesische Zentralregierung erklärt diese Schritte mit innerer Sicherheit und der Wiederherstellung von Ordnung nach den Protesten.
Wirtschaftlich ist Hongkong ein bedeutender internationaler Finanzplatz mit eigenem Börsenstandort, niedriger Steuerlast und einer auf den Hafen ausgerichteten Logistikinfrastruktur. Englisch und Kantonesisch sind die meistgesprochenen Sprachen, daneben gewinnt Hochchinesisch an Bedeutung.