HEVC
HEVC, vollständig High Efficiency Video Coding und auch unter dem Standard-Namen H.265 bekannt: Videocodec aus dem Jahr 2013 und direkter Nachfolger des verbreiteten H.264 (AVC).
Entwickelt wurde HEVC gemeinsam von der ITU-T Video Coding Experts Group (VCEG) und der ISO/IEC Moving Picture Experts Group (MPEG). Gegenüber H.264 erreicht HEVC bei vergleichbarer Bildqualität typischerweise eine um etwa 50 Prozent reduzierte Datenrate. Damit eignet sich der Codec besonders für hochauflösende Inhalte: Ultra-HD-Blu-ray, 4K- und 8K-Streaming, HDR-Video sowie effiziente Videoaufzeichnung auf Smartphones.
Die Verbreitung im offenen Web ist allerdings deutlich langsamer als bei H.264. Hauptursache ist das komplexe Lizenzmodell mit mehreren konkurrierenden Patent-Pools (Via LA, Access Advance, MPEG LA), die unterschiedliche Gebühren für Hardware, Software und Inhalte verlangen. Mozilla und Google lehnten HEVC im Browser deshalb lange ab, Apple und Microsoft integrierten es in iOS, macOS, Windows und Edge.
Als offener, lizenzkostenfreier Alternativ-Codec ist seit 2018 AV1 verfügbar, das von der Alliance for Open Media (Google, Apple, Microsoft, Netflix, Amazon und anderen) entwickelt wurde und ähnliche Effizienzgewinne wie HEVC bietet. Streaming-Anbieter wie Netflix und YouTube setzen AV1 zunehmend ein; HEVC bleibt vor allem im professionellen Broadcast- und Heimkino-Bereich relevant.