Hammond-Orgel

Hammond-Orgel: elektromechanisches Tasteninstrument, das 1934 vom US-Erfinder Laurens Hammond entwickelt und 1935 als „Hammond Modell A” auf den Markt gebracht wurde. Hammond entwickelte das Instrument ursprünglich als günstigen Kirchen-Ersatz für die deutlich teurere Pfeifenorgel.

Die Klangerzeugung erfolgt elektromechanisch über sogenannte Tonewheels — rotierende, gezahnte Metallscheiben in einem Magnetfeld, die jeweils einen Sinuston mit eindeutiger Frequenz erzeugen. Über Schiebeschalter („Zugriegel”) werden die Töne in unterschiedlichen Lautstärken zu komplexen Klängen kombiniert; charakteristisch ist die Möglichkeit, Klangfarben während des Spielens stufenlos zu verändern.

Eng verbunden mit dem typischen Hammond-Sound ist das Leslie-Lautsprechersystem: ein Lautsprecher mit rotierenden Hörnern, der über Doppler-Effekt und Phasenverschiebung den so typischen schwebenden, „atmenden” Klang erzeugt. Hammond und Leslie wurden in den 1930er und 1940er Jahren als getrennte Geräte vermarktet — heute gilt die Kombination beider Komponenten als untrennbarer Standardklang der Hammond-Orgel.

Musikalisch wurde die Hammond-Orgel ab den 1950er Jahren prägend in Jazz (Jimmy Smith, Jack McDuff), Blues, Gospel, Soul (Booker T. Jones der Booker T. & the M.G.’s) und Rock (Deep Purple, Procol Harum, The Doors, Pink Floyd). Spätere Genres wie Funk und Acid Jazz griffen den Klang ebenfalls auf. Heute wird der originale Hammond-B3-Klang in vielen Keyboards und Software-Synthesizern emuliert; daneben werden Original-Hammond-Orgeln auf dem Gebrauchtmarkt zu hohen Preisen gehandelt.

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