GSM

GSM, Global System for Mobile Communications: erster vollständig digitaler Mobilfunkstandard, der Anfang der 1990er Jahre in Europa eingeführt wurde und sich rasch zum weltweit verbreitetsten 2G-Standard entwickelte.

Standardisiert wurde GSM ursprünglich vom European Telecommunications Standards Institute (ETSI), aufbauend auf Arbeiten der „Groupe Spécial Mobile” (daher der Name GSM). Der kommerzielle Betrieb startete 1992 in Finnland, weitere europäische Länder folgten schnell. In Deutschland gingen die D-Netze (D1 der Deutschen Telekom, D2 von Mannesmann/Vodafone) 1992 in Betrieb, die E-Netze (E-Plus, später Telefónica/O2 sowie das nochmals jüngere E2-Netz von Viag/O2) folgten 1994.

Technisch arbeitet GSM mit Zeitmultiplex auf den Frequenzbändern 900 MHz (Originalfrequenz) und 1800 MHz (erweiterte Variante). Über das parallel eingeführte SMS-System konnten Kurzmitteilungen zwischen Teilnehmern verschickt werden — eine Funktion, die GSM zu einem unerwarteten Massenphänomen machte. Datendienste wurden anfänglich über das langsame Circuit-Switched Data (CSD) und ab Ende der 1990er Jahre über GPRS und EDGE realisiert.

Mit dem Aufstieg von UMTS (3G), LTE (4G) und 5G hat GSM seine Bedeutung im Datenbereich weitgehend verloren. Für reine Sprach- und SMS-Kommunikation bleiben 2G-Netze aber in vielen Ländern weiterhin in Betrieb — vor allem für M2M-Anwendungen (Maschine-zu-Maschine-Kommunikation), in Notrufsystemen und in Regionen mit unvollständiger 4G-Versorgung. In Deutschland ist ein Ende des GSM-Betriebs für Ende der 2020er Jahre angekündigt.

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