Gregorianischer Kalender

Gregorianischer Kalender: weltweit verbreitetster bürgerlicher Kalender, der 1582 von Papst Gregor XIII. eingeführt wurde und seither den älteren julianischen Kalender ablöste. Der gregorianische Kalender ist ein Sonnenkalender mit einer durchschnittlichen Jahreslänge von 365,2425 Tagen.

Hintergrund der Reform war der wachsende Versatz zwischen dem julianischen Kalender und dem astronomischen Sonnenjahr. Die julianische Schaltjahrregel — alle vier Jahre — hatte das Sonnenjahr leicht überschätzt, was bis ins 16. Jahrhundert eine Verschiebung von rund zehn Tagen zur Folge hatte. Mit der Bulle „Inter gravissimas” vom 24. Februar 1582 wurde die Schaltjahresregel angepasst: Jahre, die durch 100 teilbar sind, sind keine Schaltjahre — es sei denn, sie sind zugleich durch 400 teilbar. Damit sind 2000 und 2400 Schaltjahre, 1900 und 2100 hingegen nicht.

Eingeführt wurde der gregorianische Kalender 1582 zunächst in den katholisch geprägten Staaten Spanien, Portugal, Polen und Italien. Auf den 4. Oktober 1582 folgte direkt der 15. Oktober — zehn Tage wurden übersprungen, um den astronomischen Versatz auszugleichen. Andere Länder folgten teils erst Jahrzehnte oder Jahrhunderte später: Preußen 1700, Großbritannien und seine Kolonien 1752, Russland erst 1918 nach der Oktoberrevolution.

Heute ist der gregorianische Kalender weltweit der zivile Standard und wird parallel zu lokalen religiösen oder kulturellen Kalendern verwendet. Die orthodoxe Kirche und einige weitere religiöse Gemeinschaften nutzen weiterhin den julianischen Kalender für die Berechnung von Festtagen. Internationale Standards wie ISO 8601 für Datumsangaben beruhen auf dem gregorianischen Kalender.

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