Graffiti

Graffiti, italienisch Plural von „graffito” („Gekratztes”): unautorisierte oder beauftragte Bilder, Schriftzüge und Zeichen, die auf Wände, Mauern, Züge oder andere Flächen aufgebracht werden — klassisch mit Sprühdosen, Markern oder Schablonen.

Im engeren Sinne ist Graffiti eines der vier klassischen Elemente der HipHop-Kultur, neben Rap, DJing und Breakdance. Entstanden ist die moderne Graffiti-Bewegung in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren in New York und Philadelphia. Schreiber („Writer”) signierten zunächst mit ihrem Tag — einem stilisierten Künstlernamen — möglichst viele Orte; aus den Tags entwickelten sich aufwendige Buchstabenbilder („Pieces”), Charaktere und Wand-Murals.

Wegweisende New Yorker Writer der Gründerzeit waren TAKI 183, Phase 2, Lee Quinones und Lady Pink; die U-Bahn-Züge wurden zur prägenden Leinwand. Mit dem Aufkommen der „Bombing”-Bewegung — möglichst viele Tags in kurzer Zeit — und der Whole-Train-Mode ging die Bewegung Hand in Hand mit den Anfängen des Hip-Hop. International prägten Bands wie Banksy (Stencil) und Os Gêmeos das Street-Art-Erbe weiter.

Rechtlich gilt Graffiti auf fremdem Eigentum ohne Zustimmung in Deutschland als Sachbeschädigung; die Strafverfolgung kann mit Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden. Daneben existieren legale Flächen („Hall of Fame”, „Free Walls”) und beauftragte Auftragsarbeiten — etwa für Marken-Kampagnen, Stadtteil-Verschönerungen oder Museumsausstellungen. Die Grenze zwischen unautorisiertem Graffiti und etablierter „Street Art” verläuft heute fließend.

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