GLONASS

GLONASS, russisch Globalnaja nawigazionnaja sputnikowaja sistema („Globales Satellitennavigationssystem”): russisches Satelliten-Navigationssystem, das parallel zum US-amerikanischen GPS und zum europäischen Galileo zur weltweiten Ortung und Zeitübertragung dient.

Aufgebaut wurde GLONASS ab 1976 von der sowjetischen Streitkräfteführung, mit ähnlicher Zielsetzung wie GPS — der militärischen Unterstützung. Den vollen 24-Satelliten-Betrieb erreichte das System 1995, verfiel anschließend wegen Finanzknappheit der 1990er Jahre und wurde unter Präsident Wladimir Putin ab Mitte der 2000er Jahre neu aufgebaut. Heute betreibt der staatliche Konzern Roskosmos die Konstellation mit aktuell rund 25 aktiven Satelliten.

Technisch arbeitet GLONASS auf zwei Frequenzbändern (L1, L2) und nutzt im Unterschied zu GPS ein Frequenz-Multiplexing-Verfahren, das jedem Satelliten eine eigene Frequenz zuweist. Damit unterscheidet sich der Empfang konstruktiv leicht von GPS-Empfängern; moderne Multi-System-Chips können beide Standards parallel auswerten und kombinieren die Signale zu deutlich präziseren Positionsangaben als jedes einzelne System für sich.

Verbaut ist GLONASS-Unterstützung in praktisch allen modernen Smartphones, Navigationsgeräten und Fahrzeug-Navis. Politisch ist GLONASS — wie GPS und das chinesische BeiDou — staatlich kontrolliert; Russland hatte sich in den 2010er Jahren bemüht, eigene Bodenstationen außerhalb des eigenen Territoriums zu errichten. Im Zuge der internationalen Sanktionen seit 2022 wurden mehrere zivile Kooperationsprojekte ausgesetzt.

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