Glasfaser

Glasfaser, im Kommunikationsumfeld auch Lichtwellenleiter (LWL): dünner, transparenter Faden aus hochreinem Quarzglas oder Kunststoff, durch den Daten als Lichtsignale übertragen werden. Glasfaser bildet die technische Grundlage der modernen Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung.

Physikalisch funktioniert die Datenübertragung über Totalreflexion an der Grenze zwischen Kern und Mantel der Faser: Lichtimpulse — meist im Infrarotbereich — werden vom Sender erzeugt, durch die Faser geleitet und vom Empfänger ausgewertet. Gegenüber Kupfer-Übertragung bietet Glasfaser deutlich höhere Bandbreiten, weniger Signalverluste und Unempfindlichkeit gegen elektromagnetische Störungen.

Eingesetzt wird Glasfaser vor allem im Telekommunikationsnetz: in unterseeischen Kabeln, die ganze Kontinente verbinden, in Backbone-Netzen großer Internet-Provider und zunehmend bis zum Endkunden („Fiber to the Home”, FTTH). Im professionellen Umfeld werden Glasfaser-Leitungen in Rechenzentren, Universitäten und Großunternehmen verwendet; im privaten Bereich sind Glasfaser-Anschlüsse Voraussetzung für Bandbreiten ab rund 250 Mbit/s aufwärts.

In Deutschland verläuft der flächendeckende Glasfaser-Ausbau langsamer als in vielen Nachbarländern. Anfang 2024 lag der FTTB/H-Versorgungsgrad nach Branchenangaben bei rund 35 Prozent — deutlich unter Frankreich, Spanien oder Schweden. Die Bundesregierung hat als Ziel ausgegeben, dass bis Ende 2030 alle Haushalte und Unternehmen Zugang zu einem Glasfaseranschluss haben sollen. Wichtigste Anbieter sind die Deutsche Telekom, Vodafone, United Internet mit 1&1 Versatel sowie zahlreiche regionale Stadtwerke und Glasfaser-Investoren wie Deutsche Glasfaser.

ESC