Game Boy

Game Boy: tragbare Spielkonsole des japanischen Herstellers Nintendo, erstmals im April 1989 in Japan und im selben Jahr in den USA, ein Jahr später in Europa veröffentlicht. Der Game Boy machte mobile Videospiele endgültig zum Massenphänomen.

Charakteristisch war ein monochromes LCD-Display mit grünlichem Schein, vier Aktionstasten (A, B, Start, Select), ein Steuerkreuz und der Cartridge-Steckplatz für Spielmodule. Im Inneren arbeitete eine modifizierte Z80-CPU mit 4,19 MHz, ergänzt um 8 KB RAM und 8 KB Video-RAM. Stromversorgung lieferten vier AA-Batterien, die etwa 15 Stunden Spielzeit ermöglichten — ein wesentlicher Vorteil gegenüber den damaligen Konkurrenten Sega Game Gear und Atari Lynx, die mit knapp drei Stunden Akkulaufzeit auskamen.

Wegweisend für den kommerziellen Erfolg war das mitgelieferte Tetris, das mit der schnellen Spielmechanik und der einfachen Bedienbarkeit ein breites Publikum ansprach — auch außerhalb der klassischen Spielergemeinschaft. Insgesamt verkaufte Nintendo über 118 Millionen Game-Boy-Geräte (einschließlich der Pocket- und Color-Varianten); zusammen mit dem 2001 erschienenen Game Boy Advance und seinen Nachfolgern sind es über 200 Millionen mobile Nintendo-Geräte aus der Game-Boy-Linie.

Wegen der niedrigen Hardware-Hürden, der eingängigen Spieldesigns und der weiten Verbreitung gilt der Game Boy in vielen Übersichten als kulturell prägendste Handheld-Konsole überhaupt. Auch heute besteht eine aktive Sammler-, Modder- und Homebrew-Szene, die alte Geräte mit modernen Backlights und Adapter-Cartridges ausstattet oder eigene Spiele für die Plattform entwickelt.

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